Eigenscher Kreis

Der Eigensche Kreis, Geschichte und Informationen

 

 

Die Bezeichnungen sind in alter Schreibweise gehalten und bedeuten:

 

 


Der Eigensche Kreis entstand im 13.Jahrhundert und umfaßte anfänglichdie Gemarkungen von Altbernsdorf und Bernstadt, also dem ursprünglichen Bernhardisdorf, Schönau und Berzdorf, Kiesdorf und Dittersbach. 1320 kam Kunnersdorf und 1407 Neundorf hinzu. Um 1200 gelangte das Gebiet durch kaiserliche Schenkung in den Besitz der Bischöfe von Meißen. Dieser kirchliche Besitz ging gegen 1234 und 1245 an die Herren von Schönburg-Glauchau und von diesen teilweise an die Herren von Vesta-Kamenz über, die den Erwerb, wie bereits die Bischöfe ihr "Eigen" nannten.

 

Heute gehören folgende Orte zum "Eigenschen Kreis"

 

 

Der Eigensche Kreis, Gedicht von Carl Pech aus Schönau (1938)


O wie lieblich ists im Kreis-wollens nicht verschweigen.

Jedem, der es noch nicht weiß-Kreis heißt: „auf dem Eigen“.
Wir hier auf dem Eigen sind-Freistaat Sachsens Liblingskind.

Nichts kann uns betrüben - jeder muß uns lieben.


Ach, der eigensinnsche Kreis-hört man manchen meckern,

Immer alles besser weiß-muß er weiter kleckern.
Lieber Freund, wir sagen Dir-wagst Du’s nochmal, jagen wir
Dich zu Hottentotten-zu den Hottentotten.


Dort, wo Heimatlieder singt-Mann und Frau und Kinder
Ist auch, wo die Gaul’ entspringt-Höhenluft gesünder
Ditters Bächlein dann durchfließt-Oberkies und Niederkies
Kiesdorf auf dem Eigen-Dittersbach desgleichen.


Jeder brave Bauersmann-Berzdorfs auf dem Eigen
Baut die größten Früchte an-ringsum ohnegleichen.
Fortschrittlich in Flur und Au’-vorbildlich im Wegebau,
Grad und breit die Straße-Reinhold Schneider-Straße.


Halten treu jahrhundertelang-Väterbrauch und Sitten
Bei des Schweinchens letztem Gang-wird still mitgeschnitten,
Dieses liebe Borstenvieh-sollt man’s glauben, brühen sie
Nur auf einer Seite-auf der linken Seite.

Schönau liegt in Bergeshut-weiß es nicht zu schätzen,
Läßt von Nachbarberge sich-Himmelfahrt beschwätzen.
Hutberg siehts mit ernstem Blick:-Alles rennt nach Jauernick
Schöner ist auch heuer-unsre Sonnwendfeier.


In Altbernsdorfs Kirchturmknopf-nie ‘ne Kirch’gewesen
Kann ein ganz gewitzter Kopf - alte Urkund lesen.
Niemand glaubt ihm, überall - bis hinaus ins Steinbachtal
Lustig lacht jed’ Herze - zu dem Aprilscherze.


Kunnersdorfs Fabriken sind-Wohlfahrt auf dem Eigen
Volksgenossen könn’n geschwind-ringsum sie erreichen
Musterhaft ist der Betrieb-jeder fügt mit Lust und Lieb’
Sich ins Rädertreiben,-und so soll es bleiben.


Neundorf ist der achte Ort-trägt ‘nen falschen Namen,
Räubersleute hausten dort-einst mit ihren Damen.
Heute?! Die Neundorfer Leut-üben Treu und Redlichkeit
Die Armen und die Reichen-in Neundorf auf dem Eigen.

 

Mitten drin in diesem Kreis-liegt ‘ne Perl’ im Golde
Weltberühmt durch ihren Fleiß-Bernstadt heißt die Holde.
Dieses kleine liebe Nest-feiert alle Jahr ein Fest:
„Kraft darf uns nicht fehlen-Erdachs muß man ölen“.


Sieben Dörfer, eine Stadt-liegen auf dem Eigen
Die in Treu zu Rat und Tat-sich die Hände reichen.
Und zu Bernstadts Freudenfest-keiner sich lang bitten 
läßt - Muß zur Ölung reisen-eine Treu beweisen.

 

Über die eigenschen Gemeinden
aufgeschrieben im Jahre
1938 von Carl Pech aus Schönau auf dem Eigen