Klaus Riedel - ein Raketenpionier
 • Bernstadt auf dem Eigen in der Oberlausitz ist eng
mit dem Namen Klaus Riedel (1907 - 1944) und seinem
Wirken in den Anfängen der Raketentechnik verbunden.
Riedel ist kein gebürtiger Bernstädter, aber seine
Großmutter Meta Riedel geb. Teutscher, die hier lebte,
übte auf das Leben und Wirken ihres Enkels großen
Einfluß aus.
.
• 1928/29 begannen junge Wissenschaftler und Tech-
niker, von künftiger Raumfahrt begeistert, auf ziviler
Basis mit der Entwicklung und Erprobung von Flüssig-
keitsraketen, u.a. auch eine Gruppe um Professor
Hermann Oberth, dem "Vater" der modernen Raumfahrt,
Wohnhaus von Meta Riedel (Klaus Riedels Oma) ©Oswald Schenk
Hier lebte Klaus Riedels Oma  (Haus am Friedensring 17)
zu der auch Klaus Riedel und Rudolf Nebel und später Werner von Braun gehörten. Nach ersten Versuchen
auf dem Siemensgelände in Berlin suchte die Gruppe einen neuen, ruhigeren Ort für kommende Experimente.
Diesen fanden sie in Bernstadt, von Riedels Großmutter tatkräftig finanziell und materiell unterstützt.
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Klaus Riedel auf Startgerüst 1930 ©STV Bernstadt
Klaus Riedel bei der Vorbereitung der Minimumrakete auf dem Startgerüst,
Bernstadt a.d.Eigen 1930
So wurden im Sommer 1930 auf einer Anhöhe südlich der Stadt über
100 Brennversuche mit der sogenannten Minimumrakete "Mirak I"
durchgeführt mit dem Ziel, durch ein günstiges Gemisch von Flüssig-
treibstoff die Schubkraft zu erhöhen. Die gewonnen Erkenntnisse
dienten den Raketenpionieren für weitere Versuche, die auf dem
inzwischen von Nebel gegründeten "Raketenflugplatz Berlin-
Reinickendorf" fortgesetzt wurden.
.
Riedel entwickelte in den folgenden Jahren, z.T. gemeinsam mit
Nebel, weitere Raketenmotoren und konnte am 10.Mai 1931 eine
Flüssigkeitsrakete bis zu 60 Meter hoch zum Fliegen bringen. Klaus
Riedel war später maßgeblich am erfolgreichen Start der ersten
Rakete (1942) beteiligt, die eine Höhe von 90 km erreichte und den
Vorstoß des Menschen ins Weltall einleitete.
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Mit einem Denkmal, welches unmittelbar in der Nähe des Heimatmuseums
steht, und natürlich einem eigenen Raum im Heimatmuseum, wollen wir an
Klaus Riedel und die Raketenpioniere erinnern. In Würdigung seiner
technischen Leistungen erhielt ein Krater auf der Rückseite des Mondes
1970 den Namen RIEDEL.
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Ein Autounfall beendete am 4.August des Jahres 1944 das Leben Klaus
Riedels in einem sehr jungen Alter von 37 Jahren. (S) 
Karl-Werner Günzel - über den Raumfahrtpionier Klaus Riedel:

»http://home.versanet.de/~b-moiske
Klaus Riedel
Klaus Riedel

Alfred Buttig
Alfred Buttig
Ehrung für einen Bernstädter Bürger Alfred Buttig
Seit dem 1. Dezember 2005 trägt das Haus Troggasse 4 in Bernstadt eine Ehrentafel, die
folgenden Wortlaut hat:
Hier wohnte der in Fachkreisen bekannte Elektromeister Alfred Buttig (1889 - 1976). Er sorgte
dafür, daß im Jahre 1930 die erste Flüssigkeitsrakete der Welt in Bernstadt elektrisch gezündet
wurde. Alfred Buttig war damals im Sommer 1930, als die Raketenbauer Klaus Riedel, Rudolf
Nebel und Kurt Heinisch in Bemstadt die MirakRakete testeten, als Elektromeister bei der
Firma Riedel & Ginzel tätig. Da den Raketenbauern zur Vorbereitung ihrer Brennversuche die
Werkstatt der Firma zur Verfügung gestellt wurde, kam Alfred Buttig in näheren Kontakt mit ihnen und wurde
ein interessierter und auf seinem Gebiet sachkundiger Mitarbeiter. Als Elektriker stellte er sich besonders die
Frage "Wie kann die Rakete am günstigsten und gefahrlosesten gezündet werden". In der Zeit der ersten
Experimente mit Flüssigkeitsraketen kannte man nur die Zündung aus nächster Nähe mit dem Fidibus, was
nicht ungefährlich war, bestenfalls mittels einer Lunte. Bei den Bernstädter Versuchen erfolgte dank der
Überlegungen von Alfred Buttig bei den Tests erstmalig die Fernzündung mittels eines Kurbelinduktors, so
konnten die Raketenbauer den Versuch aus sicherer Entfernung beobachten. Die Tafel wurde gestiftet von
den beiden Freunden der Raumfahrt und Hobbyraketenforschem Bemhard Dieke aus Werben und Hans
Dunkel aus Hoyerswerda. Rat der Stadt und Museumsverein bedanken sich dafür bei ihnen recht herzlich.
Mit dieser Ehrentafel für Herrn Alfred Buttig ist neben der Riedel-Büste, dem Raumfahrtzimmer im Heimat-
museum und der Tafel am Wohnhaus von Frau Meta Riedel eine weitere Erinnerung an den ersten Start-
versuch einer Flüssigkeitsrakete in Bernstadt geschaffen worden. (aus Pließnitzkurier 01/2006)

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